Die Kunst findet im Parador de Jarandilla de la Vera ein neues Zuhause
29 de Juni 2026

Im Herzen von La Vera, zwischen kristallinen Schluchten, Kastanienwäldern und einigen der schönsten Landschaften der Extremadura, erhebt sich der Parador de Jarandilla de la Vera. Diese ehemalige Burg-Palastanlage der Grafen von Oropesa, Zufluchtsort von Kaiser Karl V. vor seinem endgültigen Rückzug ins Kloster von Yuste, ist seit Jahrhunderten ein Ort der Begegnung zwischen Geschichte eine, Natur und Kultur.

Nach einer umfassenden Renovierung, die eine zusammen mit Turespaña getragene Investition von fast sechs Millionen Euro erforderte, wurden nicht nur die Infrastruktur und die historischen Räume modernisiert, sondern auch eine Kunstsammlung integriert, die im Dialog mit der Identität des Ortes, der Geschichte des Gebäudes, der Landschaft von La Vera und den Traditionen steht, die dieses Gebiet über Jahrhunderte geprägt haben und die das Erlebnis der Besucher bereichern.

 

Ein Rundgang zwischen Landschaft, Materie und Erinnerung

 

Die Besucher entdecken vom ersten Moment an eine Sammlung, die von Natur, traditionellen Handwerksberufen und der Beziehung zwischen Mensch und Land erzählt. Es sind Themen, die tief mit La Vera verbunden sind und durch zeitgenössische künstlerische Ausdrucksformen neu interpretiert werden.

Die großformatigen Werke von Lin Calle vermitteln einen ruhigen und kontemplativen Blick auf die Landschaft. Die Künstlerin, die eine Ausbildung in Bildender Kunst absolvierte und mit Preisen wie dem Preis für Bildende Kunst der UNED ausgezeichnet worden ist, entwickelt eine abstrakte Malerei, die Einflüsse der orientalischen Landschaftstradition mit Bezügen zum abstrakten Expressionismus verbindet. Ihre Werke aus der Serie „Estudio del polen“ verwandeln den Raum des Paradors in einen Ort der besinnlichen Betrachtung, an dem Farbe und Atmosphäre an die Naturlandschaften rund um Jarandilla erinnern. Die Zartheit dieser Gemälde bildet einen interessanten Kontrast zur wehrhaften Architektur der alten Burg.

 

Tradition, verwandelt in Skulptur

 

Die Sammlung umfasst auch eine spektakuläre Intervention von Sonia Navarro, einer der herausragendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen spanischen Textilkunst und Gewinnerin des BMW-Malereipreises 2023.

Ihr aus Esparto gefertigtes Werk steht in direktem Zusammenhang mit den Materialien und handwerklichen Techniken, die Teil der mediterranen Volkskultur sind. Sonia Navarro verwandelt ein Material, das mit Handarbeit und traditionellen Handwerksberufen assoziiert wird, in eine monumentale Skulptur, die die Bedeutung des von Generation zu Generation weitergegebenen Wissens hervorhebt. Ihre Präsenz im Parador verleiht einem geschichtsträchtigen Gebäude eine zeitgenössische Dimension und zeigt, wie Tradition und Avantgarde im selben Raum koexistieren können.

 

Die Spuren der Transhumanz

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist die Beziehung zwischen Mensch und Landschaft, dargestellt durch das Werk von Nacho Zubelzu.

Als multidisziplinärer Künstler, der tief mit der ländlichen Welt verbunden ist, findet Zubelzu eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen in der Transhumanz, die er gemeinsam mit Hirten aus Extremadura und Andalusien praktiziert. Sein filigranes Werk aus Papierschnitt „La piel del Almanzor“ verweist auf die Viehwege, die Berge und die natürlichen Zyklen, die über Jahrhunderte hinweg einen Großteil des spanischen Festlands geprägt haben. Das Werk regt im Parador zum Nachdenken über Bewegung, Erinnerung und die Verbindung zur Natur an, was in einer Region, die durch ihren landschaftlichen Reichtum geprägt ist, von besonderer Bedeutung ist.

 

Die Identität eines Gebiets

 

Das künstlerische Projekt wird durch eine Auswahl historischer Fotografien von José Ortiz Echagüe ergänzt, einem der großen Namen der spanischen Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Seine Bilder ermöglichen es, den Reichtum der Trachten von La Vera zu entdecken und sich den Lebensweisen anzunähern, die die Region vor fast einem Jahrhundert prägten. Über ihren dokumentarischen Wert hinaus schlagen diese Fotografien eine Brücke zwischen der zeitgenössischen Sammlung und dem kulturellen Erbe der Region und erinnern daran, dass die Identität eines Ortes auch durch die Menschen geprägt wird, die dort leben.

 

Ein Parador, der in die Zukunft blickt

 

Mit dieser künstlerischen Ergänzung erweitert der Parador de Jarandilla de la Vera sein traditionelles Engagement für Kulturerbe und Kultur. Die Burg, die einst Karl V. beherbergte, gewinnt nun durch Werke, die von Landschaft, Erinnerung, Handwerk und Natur erzählen, eine neue Bedeutungsebene.

Eine Sammlung, die die Reisenden während ihres Aufenthalts begleiten und zeigen soll, dass zeitgenössische Kunst ein wirkungsvolles Mittel sein kann, um eine so einzigartige Region wie La Vera zu entdecken, zu verstehen und zu genießen.

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