Naturpfade und Paradores: eine etwas andere Art, Spanien zu erkunden
22 de Juni 2026

Das Netzwerk der Naturpfade umfasst mehr als 11.000 Kilometer, die sich über das ganze Land erstrecken und durch von großen Flüssen gegrabene Schluchten, Olivenhaine, jahrtausendealte Wälder, landwirtschaftliche Ebenen, Vulkanberge und kleine Ortschaften führen, in denen der Rhythmus noch immer von den Jahreszeiten bestimmt wird. Darüber hinaus führen viele dieser Routen an einigen der bedeutendsten Paradore Spaniens vorbei.

Daraus ergibt sich eine natürliche Verbindung zwischen Naturwegen und Paradores, die es ermöglicht, zwei sich ergänzende Arten des Kennenlernens der Region zu kombinieren. Einerseits durch Wandern in Landschaften, die die Geschichte jeder Region erzählen, und andererseits durch Übernachtungen in Gebäuden, die Teil dieser Geschichte sind.

Von Galicien bis zu den Kanarischen Inseln verbinden die Wanderwege einige der repräsentativsten Landschaften des Landes mit Unterkünften, die Reisenden seit Jahrzehnten das kulturelle und architektonische Erbe Spaniens näherbringen.

 

Wandern zwischen Schluchten, Weinbergen und Klöstern

 

In der Ribeira Sacra haben die Flüsse Miño und Sil tiefe Schluchten zwischen den mit Weinbergen bebauten Abhängen gegraben. Dort verbinden alte Klosterwege natürliche Aussichtspunkte und kleine Kapellen, während sich die Landschaft mit jedem Schritt verändert.

Einer der Höhepunkte der Route ist der Parador de Santo Estevo, der in einem Kloster untergebracht ist, dessen Ursprünge bis ins 6. Jahrhundert zurückreichen. Nach einem Wandertag bieten die romanischen, gotischen und Renaissance-Kreuzgänge eine natürliche Fortsetzung der Reise.

 

Auf den Spuren der Geschichte

 

Manche Routen ermöglichen es, auf jahrhundertelanger Geschichte zu wandeln. Die Vía de la Plata beispielsweise orientiert sich an der alten Römerstraße, die Mérida mit Astorga verband und bis heute eine der großen Routen im Landesinneren der Iberischen Halbinsel ist.

Von Plasencia bis Mérida hingegen können die Reisenden zwischen Etappen durch Weideland und monumentalen Ensembles wechseln, die einen Teil des römischen, mittelalterlichen und renaissancezeitlichen Erbes der Halbinsel bewahren.

 

Aus der Eisenbahn entstandene Wege

 

Viele der beliebtesten Routen des Netzwerks der Naturwege nutzen ehemalige Eisenbahninfrastrukturen.

Auf dem „Vía Verde del Aceite“ folgt man der Trasse, auf der einst der sogenannte „Tren del Aceite“ zwischen Jaén und Córdoba verkehrte. Weiter östlich führt die „Vía Verde del Renacimiento“ durch landwirtschaftliche Felder und mediterrane Waldgebiete entlang einer Eisenbahnlinie, die nie in Betrieb genommen worden ist.

Brücken, Bahnhöfe und Tunnel sind heute Teil von Routen, die bei Wanderfreudigen und Radbegeisterten sehr beliebt sind.

 

Flüsse, die den Weg markieren

 

Das Wasser ist ein weiteres wichtiges Element, das viele der Naturwege prägt.

Der Guadiana begleitet die Reisenden durch Dehesa-Landschaften und landwirtschaftliche Auen in der Extremadura. Der Júcar führt nach Cuenca und durchquert dabei Kalksteinschluchten und Kiefernwälder während der Ebro in entlang alter Eisenbahnstrecken Richtung Mittelmeer fließt, bis er sein Delta erreicht, eines der bedeutendsten Naturgebiete Europas.

So prägt jeder Fluss eine unterschiedliche Landschaft und bietet eine andere Art, das Gebiet zu erkunden.

 

Vom Landesinneren der Halbinsel zu den Inseln

 

Die Vielfalt des Netzes wird besonders deutlich, wenn man die Wege im Landesinneren mit denen auf den Kanarischen Inseln vergleicht.

Während der Guadalaviar, der Santander-Mediterráneo oder der Camino del Agua Soriano durch Wacholderwälder, Täler und Landschaften führen, die mit der Mudéjar-Tradition verbunden sind, verläuft das Wandern auf La Gomera und La Palma durch Lorbeerwälder, Vulkane, Steilküsten und Aussichtspunkte mit Blick auf den Atlantik.

Es sind völlig unterschiedliche Landschaften, die durch eine gemeinsame Idee verbunden werden: das Naturerbe durch Bewegung zu entdecken.

 

Eine Allianz, die die Region belebt

 

Die Zusammenarbeit zwischen Caminos Naturales und Paradores trägt auch zur Belebung des ländlichen Raums bei. Die Routen bringen Besucher in Orte, die abseits der großen Touristenströme liegen, und fördern das Kennenlernen von Traditionen, lokalen Produkten und historischem Erbe. Das Ergebnis ist eine Art des Reisens, die Natur, Kultur und lokale Wirtschaft miteinander verbindet.

Denn an vielen Orten Spaniens endet der Weg nicht mit der Ankunft am Ziel. Er setzt sich fort an einem Tisch, an dem man die Gastronomie der Region kosten kann, in den jahrhundertealten Steinen, aus denen dieser gebaut wurde, oder in den Ausblicken, die eine vor Jahrhunderten über einem Tal oder am Meer errichtete Festung bietet.

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