Territorio Paradores: Landschaften, die aus dem Feuer entstanden sind
12 de Mai 2026

Spanien besteht nicht nur aus Meer, Bergen und geschichtsträchtigen Dörfern – es ist auch ein Land der Vulkane. Mehr als hundert Krater, verteilt auf Inseln, Küsten und Ebenen im Landesinneren, zeichnen eine überraschende geologische Landkarte, die viele nicht kennen. Einige sind noch aktiv, andere ruhen seit Jahrtausenden – doch alle haben Landschaften geformt, die sich heute durchstreifen lassen, fast ohne sich bewusst zu sein, dass man auf uraltem Feuer geht.

Dies ist ein Streifzug zu einigen von ihnen – eine Route, auf der man sich vom Unerwarteten überraschen lassen und nebenbei Gegenden entdecken kann, an denen die Natur ihre Geschichte mit Lava geschrieben hat.

 

Unsere Inseln – wo die Erde noch lebt

 

Wer von Vulkanen in Spanien spricht, denkt unweigerlich an die Kanarischen Inseln, wo alles daran zu erinnern scheint, dass der Ursprung der Inseln im Inneren der Erde liegt. Mit mehr als vierzig Vulkanen und fast zwanzig dokumentierten Eruptionen seit dem 15. Jahrhundert sind die Inseln der deutlichste Ausdruck des Vulkanismus in Spanien.

Im Teide-Nationalpark wirkt die Landschaft wie ein großes geologisches Labor. Die Caldera von Las Cañadas und das Teide–Pico Viejo-Gebirge (3.715 m) bieten eine fast mondähnliche Kulisse, in der Lavaströme und Vulkankegel mit widerstandsfähiger Vegetation koexistieren. Ganz in der Nähe ermöglicht der Parador de Las Cañadas del Teide eine Übernachtung inmitten dieses stillen Naturschauspiels – wenn der Tag zu Neige geht und die Sterne die Nacht übernehmen.

Auf einer anderen Insel, Lanzarote, befindet sich der Nationalpark Timanfaya. Hier begruben die Eruptionen des 18. Jahrhunderts, die bis zu sechs Jahre andauerten, ein Viertel der Insel. Heute machen mehr als 25 Vulkankegel und ein Untergrund mit Temperaturen von bis zu 600 °C den Rundgang zu einem fast hypnotischen Erlebnis.

Auch die Insel La Palma erinnert daran, dass Vulkanismus nicht nur Vergangenheit ist. Der Gebirgskamm Cumbre Vieja und die Umgebung des Vulkans Teneguía erzählen eine jüngere Geschichte von Eruptionen – darunter auch die von 2021. Hier hat sich die Landschaft verändert und erfindet sich immer noch neu. Die Ruta de los Volcanes lädt dazu ein, diese jüngste Geschichte hautnah zu erleben – und erteilt eine Lektion in Resilienz, die sich auch in der Ruhe des nahegelegenen Parador de La Palma widerspiegelt.

Und schließlich erinnert auf der Insel El Hierro der unterseeische Vulkan Tagoro daran, dass nicht alle Vulkane sichtbar sind und dennoch still und leise Land formen. Im Parador de El Hierro, übernachtet man zwischen einem Vulkanberg und dem Ozean, inmitten eines riesigen schwarzen Sandstrandes, wo Tauchen der beliebteste Sport ist.

 

Der Vulkan, der zum Wald wurde

 

Weit entfernt von der Vorstellung einer kargen Vulkanlandschaft dominiert in Girona das Grün. Der Naturpark der Vulkanzone La Garrotxa ist eine der einzigartigsten Vulkanlandschaften der Halbinsel mit mehr als vierzig Kegeln, die von üppigen Wäldern bedeckt sind.

Vulkane wie der Volcán de Santa Margarida, dessen Krater sich in eine Wiese verwandelt hat, oder der Volcán del Croscat, der seine Schichten aus vulkanischer Erde freilegt, lassen sich zu Fuß erkunden – auf sanften Pfaden und durch Buchenwälder, die auf alten Lavaströmen wachsen. Nach der Wanderung vollzieht sich der Szenenwechsel ganz natürlich beim Abstieg zur Küste. Der Parador de Aiguablava erscheint dann als perfekter Kontrast: vom vulkanischen Ursprung zum Mittelmeer in wenigen Kilometern, um den Tag mit einer anderen Perspektive ausklingen zu lassen.

 

Die Vulkanwüste am Meer

 

In Almería bietet der Naturpark Cabo de Gata-Níjar eines der überraschendsten Bilder des Landes mit Steilküsten, versteckten Buchten und vulkanischen Formationen, die vor Millionen von Jahren unter dem Meer entstanden sind.

Formationen wie die Caldera von Rodalquilar, die Kuppeln von Los Frailes oder der Strand von Mónsul – eine ehemalige Lavazunge – erzählen eine Geschichte, die vor Millionen von Jahren tief unter dem Meer begann. Heute zeigt sich diese Vergangenheit in einer der kargsten und lichtintensivsten Landschaften Europas.

Vom Parador de Mojácar, aus erlebt man die Gegend als eine Abfolge kleiner Erkundungen zwischen Buchten, Wanderwegen und Sonnenuntergängen, die die Rauheit der Landschaft mildern.

 

Der unerwartete Vulkan

 

Es mag überraschen, doch mitten im Herzen der Halbinsel befindet sich eine der größten vulkanischen Konzentrationen Spaniens – das Campo de Calatrava in Ciudad Real. Mit mehr als 500 vulkanischen Strukturen ist dieses Gebiet eines der bedeutendsten im Landesinneren der Halbinsel.

Hier dominieren keine perfekten Vulkankegel, sondern Lagunen, Krater und sanfte Erhebungen, die die Weite der Mancha strukturieren. Es ist eine zurückhaltendere, aber ebenso faszinierende Landschaft, in der die vulkanische Aktivität Spuren in Form von „Maaren“ (Krater, die durch die Wechselwirkung von Magma mit Wasser entstanden sind) hinterlassen hat, die heute als Lebensraum dienen. Als Stützpunkt empfiehlt sich der Parador de Almagro der nur 20 Minuten von diesen vulkanischen Formationen entfernt liegt.

 

Vulkanisches Mittelmeer

 

In der Region Murcia bewahrt das Campo de Cartagena rund um das Mar Menor Überreste alter Eruptionen. Inseln wie die Isla Grosa oder erodierte Kegel wie El Carmolí zeugen von dieser vulkanischen Vergangenheit.

Weiter nördlich, in Castellón, ragen die Columbretes-Inseln als kleiner vulkanischer Archipel mitten im Meer empor, wobei die Illa Grossa, ein alter Krater und die bedeutendste von allen, die einzige ist, die bewohnt werden kann.

 

Der freigelegte Vulkanschlot

 

In Albacete bietet der Cancarix eine geologische Besonderheit: die Möglichkeit, den Krater eines Vulkans freigelegt zu sehen. Der Aufstieg zum Gipfel eröffnet buchstäblich den Blick ins Innere der Erde. Und nach einer so faszinierenden Entdeckung gibt es nichts Schöneres, als sich auszuruhen und die Gastronomie des Parador de Albacete zu genießen.

Denn manchmal taucht zwischen Lavaströmen, Wanderwegen und unendlichen Horizonten jener Ort auf, der Ruhe schenkt und neue Energie für den nächsten Reisetag gibt.

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